Wichtige Tricks für dein nächstes Website- / Homepage-Projekt
Ein Website-Projekt scheitert selten an schlechtem Code oder hässlichem Design. Es scheitert meistens an fehlenden Entscheidungen zu Beginn. Wer Ziele, Zielgruppe und Inhalte nicht klar definiert hat, bevor das erste Layout entsteht, zahlt das doppelt – in Form von Korrekturrunden, verschobenen Terminen und am Ende einer Seite, die niemand wirklich mag.
Diese zehn Punkte helfen dir dabei, ein Website-Projekt von Anfang an auf ein solides Fundament zu stellen – egal ob du Auftraggeber oder Dienstleister bist.
1. Kläre das Ziel – und mach es messbar
Was soll die neue Website konkret bewirken? Mehr Anfragen? Mehr Anrufe? Mehr Buchungen? Die Antwort auf diese Frage entscheidet über alles andere: Struktur, Texte, Call-to-Actions und Erfolgskontrolle.
„Online präsent sein" ist kein Ziel – es ist eine Voraussetzung. Ein echtes Ziel ist messbar: „Wir wollen 20 % mehr Kontaktanfragen über die Website generieren" oder „Wir wollen unter den Top 3 bei Google für unsere wichtigsten Leistungen ranken." Erst wenn das Ziel klar ist, kann man prüfen, ob die Website es erfüllt.
2. Definiere deine Zielgruppe konkret
Eine Website, die alle ansprechen soll, spricht niemanden wirklich an. Je klarer du weißt, wer deine idealen Kunden sind – welche Probleme sie haben, wie sie suchen, welche Sprache sie sprechen – desto gezielter können Texte, Bilder und Struktur darauf ausgerichtet werden.
Frag dich: Wer sind die drei wichtigsten Kundentypen? Was bringt sie auf deine Seite? Was suchen sie – und was müssen sie finden, damit sie sich melden?
3. Content kommt vor Design
Dieser Punkt wird in fast jedem Projekt unterschätzt: Design ohne Inhalte ist Dekoration. Bevor das erste Layout entsteht, sollten die wichtigsten Texte, Bilder und Kernaussagen vorliegen. Wer erst nach dem Designprozess anfängt, Texte zu schreiben, wird feststellen, dass die schönen Layouts mit den echten Inhalten oft nicht funktionieren.
Das gilt besonders für die Startseite: Was ist der zentrale Satz, der in drei Sekunden erklärt, wer du bist und was du anbietest? Dieser Satz sollte stehen, bevor irgendjemand Farben oder Schriften auswählt.
4. SEO von Anfang an einplanen
SEO ist keine nachträgliche Optimierung – es ist eine Designentscheidung. URL-Struktur, Seitenstruktur, Überschriften-Hierarchie, Ladezeiten und interne Verlinkungen werden beim Aufbau einer Website festgelegt. Wer diese Basis falsch setzt, zahlt später doppelt, um sie zu korrigieren.
Kläre vor dem Projektstart: Für welche Suchbegriffe soll die Seite gefunden werden? Welche Seiten braucht es dafür? Wie heißen die URLs? Wer das früh durchdenkt, spart sich teure Nacharbeiten.
5. Mobile First ist Pflicht, nicht Option
Mehr als die Hälfte aller Website-Besuche findet über mobile Geräte statt. Google bewertet Seiten primär auf Basis ihrer mobilen Version. Eine Website, die auf dem Desktop toll aussieht, aber auf dem Smartphone hakelt, hat ihr wichtigstes Ziel verfehlt.
Das bedeutet: Jedes Design wird zuerst für kleine Bildschirme konzipiert. Thumb-freundliche Buttons, gut lesbarer Text ohne Zoom, schlanke Navigation – das sind keine Details, das ist die Basis.
6. Performance ist Teil des Designs
Ladezeit ist kein technisches Problem, das man hinterher löst. Sie entsteht durch Designentscheidungen: zu viele Schriften, zu große Bilder, zu viele externe Dienste, zu viele Animationen. Ein schnelles Website-Projekt denkt Performance von Anfang an mit.
Ziel sollte ein Google PageSpeed Score von mindestens 80 sein – besser über 90. Das ist machbar, wenn Performance keine nachträgliche Anforderung ist, sondern ein Designprinzip.
7. Halte Standards ein – User erwarten sie
Logo oben links, das zur Startseite führt. Hauptnavigation im Header. Kontaktmöglichkeit gut sichtbar. Footer mit Impressum und Datenschutz. Diese Standards existieren nicht ohne Grund – Nutzer haben gelernt, dass Websites so funktionieren. Wer das ändern will, muss einen guten Grund haben.
Kreativität ist wertvoll. Aber sie gehört in die Gestaltung von Inhalten, Bildern und Typorafie – nicht in die Grundstruktur, durch die sich jemand orientieren muss.
8. Barrierefreiheit einplanen
Seit Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Deutschland. Viele Websites fallen unter die neuen Pflichten. Aber auch abseits der gesetzlichen Anforderungen gilt: Eine barrierefreie Website ist eine bessere Website für alle.
Konkret heißt das: ausreichende Farbkontraste, skalierbare Schriftgrößen, funktionsfähige Tastaturnavigation, Alt-Texte für alle relevanten Bilder und klar beschriftete Formularfelder. Das kostet bei einem Neuprojekt kaum Mehraufwand – wenn man es von Anfang an mitdenkt.
9. Dokumentiere und kommuniziere regelmäßig
Ein Website-Projekt, das wochenlang im stillen Kämmerlein entwickelt wird, um dann mit einem großen „Ta-da!" präsentiert zu werden, endet meistens in Enttäuschung. Auf beiden Seiten.
Besser: Kurze Abstimmungen nach jeder größeren Phase. Konzept und Struktur freigeben lassen, bevor das Design beginnt. Design freigeben lassen, bevor entwickelt wird. Wer früh Feedback holt, spart sich aufwendige Korrekturen zum Ende des Projekts.
10. Plane den Betrieb mit ein
Ein Website-Projekt ist kein Sprint mit Ziellinie. Es ist der Start einer laufenden Aufgabe. Wer übernimmt nach dem Launch die Pflege der Inhalte? Wer kümmert sich um Updates des CMS und der Erweiterungen? Wer ist Ansprechpartner, wenn etwas nicht funktioniert?
Diese Fragen sollten vor dem Projektstart beantwortet sein – nicht danach. Ein gutes CMS wie Contao ermöglicht es, Inhalte ohne Programmierkenntnisse selbst zu pflegen. Trotzdem braucht es einen Plan, wer das tut, wie oft und mit welchem Zeitaufwand.
Fazit
Die meisten Website-Projekte scheitern nicht an fehlendem Budget oder fehlender Technik. Sie scheitern an fehlenden Entscheidungen im Vorfeld. Wer diese zehn Punkte vor dem ersten Design-Meeting durchdenkt, legt den Grundstein für eine Seite, die nicht nur gut aussieht, sondern auch Ergebnisse liefert.